Humor macht Körper normal

Wir sind Bidetlity. Ein Intimhygiene-Start-up aus Berlin. Wir entwickeln Po-Duschen, smarte Bidet-Lösungen und Kackhocker. Unser Fokus liegt dabei nicht auf Hygiene an sich, sondern auf dem Umgang damit. Denn wie wir über Körper sprechen, entscheidet darüber, wie normal sie sich anfühlen.

Genau hier kommt Marketing ins Spiel. Nicht als Erklärungstool, sondern als kulturelles Werkzeug. Wir nutzen Marketing nicht, um Menschen zu erklären, wie Körper funktionieren. Wir nutzen es, um die Emotionen sichtbar zu machen, die sowieso da sind. Denn sobald es um Körper, Intimität und Gesundheit geht, sind Emotionen immer im Raum. Scham. Unsicherheit. Ekel. Erleichterung.

Viele Marken reagieren darauf mit Vorsicht. Sie setzen auf positive, glatte Emotionen. Vertrauen. Sicherheit. Sauberkeit. Nicht, weil das die ganze Wahrheit ist, sondern weil sie Angst vor Realität haben. Vor Echtheit. Vor dem Moment, in dem jemand kurz schluckt.

Wir machen es anders.

Für uns sind negative Emotionen kein Risiko. Sie sind der Startpunkt.Vor allem bei Themen, die seit Jahrzehnten tabuisiert werden. Intimhygiene ist das beste Beispiel. Jeder Mensch hat einen Körper. Jeder Mensch geht aufs Klo. Und trotzdem behandeln wir das Thema wie eine Ausnahme. Leise, verklemmt, distanziert. Genau deshalb ist es so stark mit Scham, Ekel und Peinlichkeit aufgeladen. Unser Ansatz ist simpel: Wenn etwas normal ist, behandeln wir es auch so.

Unser Spielfeld ist nicht Hygiene. Unser Spielfeld ist Normalisierung. Wir holen alltägliche Körperrealität aus der peinlichen Ecke zurück in den Alltag. Ohne Drama. Ohne medizinische Belehrung. Ohne erhobenen Zeigefinger.

Humor spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht, um Dinge lächerlich zu machen, sondern um sie zu entspannen. Wer lachen kann, schämt sich weniger. Wer sich weniger schämt, kann darüber sprechen. Und was man besprechen kann, wird normal.

Unsere „Clean Kiss“-Kampagne zeigt das sehr klar. Sie erklärt nichts. Sie rechtfertigt nichts. Sie zeigt ein Bild, eine Aussage - und überlässt die Reaktion dem Publikum. Manche lachen. Manche fühlen sich ertappt. Manche sind kurz irritiert. Fast niemand ist gleichgültig. Gleichgültigkeit ist für Marken die einzige wirklich gefährliche Emotion.

Im Gesundheitskontext wird Emotionalität oft mit Unseriosität verwechselt. Dabei ist das Gegenteil näher an der Realität. Wer Emotionen ausblendet, blendet Menschen aus. Wer sie zulässt, schafft Nähe. Nicht durch Pathos, sondern durch Ehrlichkeit. Und Ehrlichkeit darf Spaß machen. Das gilt auch für Nachhaltigkeit. Wasser statt Papier ist sinnvoll. Punkt. Aber die wenigsten kaufen aus Schuldgefühlen. Menschen kaufen, wenn sich etwas besser anfühlt. Und erst recht, wenn es sogar Spaß macht.

Was wir immer wieder beobachten: Die größte Zurückhaltung sitzt nicht beim Publikum, sondern bei den Absendern. Menschen sind bereit für offene, ehrliche Kommunikation über ihren Körper. Sie warten nur darauf, dass jemand anfängt. Normal. Direkt. Ohne Scham.

Wir folgen deshalb einem einfachen Prinzip: Sag, was ist. Zeig, was ist. Sobald man über etwas lachen kann, verliert es seinen Ausnahmezustand.

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Corinna Jänsch